Kielgeißler
Der Kielgeißler ist die zentrale Figur eines Seemanns-Aberglaubens im Porto Aguila.
Die Legende spricht von einem hässlichen, griesgrämigen Piraten, der beim Versuch, ein Handelsschiff, das vollbeladen mit Bierfässern war, vernichtend geschlagen und anschließend solange kielgeholt wurde, bis sich seine Haut komplett abgeschält hatte.
Auf Rache sinnend, streift er seither in den Gewässern vor Porto Aguila umher und segelt mit einer Mannschaft aus Verdammten auf seinem Schiff, dessen Segel aus Menschenhaut bestehen und das Steuerrad aus Knochen. In besonders nebligen Nächten überfällt er Handelsschiffe, in der Hoffnung, seinen größten Verlust wieder ausgleichen zu können, indem er ein Schiff voller Bierfässer kapert.
Die Besatzungen der Schiffe überleben im Regelfall nicht und werden entweder kielgeholt, ganz, wie es ihm widerfahren ist, oder im besten Fall zum zeitlich begrenzten Dienst auf seinem Schiff gezwungen, was, je nach Verhandlungsgeschick des Betroffenen, ein Jahrzehnt oder ein Jahrhundert sein kann.
Im Hafen selbst geht der Aberglaube um, dass der Kielgeißler einen holt, wenn man versehentlich Bier ins Meer verschüttet oder sich nach einem Gelage ins Wasser übergibt.
Der Ursprung der Legende ist nicht genau geklärt, man vermutet aber, dass es sich um den einst berüchtigten Piraten Klaus Wigbald handelt, der bekannt dafür war, seine Opfer, vor allem die Kapitäne der gekaperten Schiffe, kielzuholen.